Analytische Philosophie



Die analytische Philosophie hat ihren Ursprung im sogenannten Wiener Kreis, der die wissenschaftliche Weltauffassung formulierte. Dieser Kreis bestand aus Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen, wie Physik, Sozialwissenschaften, Philosophie und einigen mehr. Damals strebte man nach der Einheitswissenschaft, die nie umgesetzt wurde. Doch die Ziele und Motive sind aktueller denn je:


Forschung aus verschiedener Wissenschaftsgebiete - fachlich und global - in Verbindung bringen!


Man wollte Wissenschaftler zu einer kollektiven Arbeitsweise ermutigen. Heute ist dies dank des Internets kein technisches Problem mehr. Wissenschaftler sind international unterwegs und vernetzen sich auf digitalem Wege. 


Die Vernetzung und das vernetzte Arbeiten setzt jedoch eine gemeinsame Sprache voraus. Diese Sprache sollte im Sinne der analytischen Philosophie gewisse Kriterien erfüllen: Klarheit und Sauberkeit waren damals die Schlagworte. Heute haben wir den Begriff der Sauberkeit präzisiert: Es gibt allgemein anerkannte wissenschaftliche Standards.




Die wissenschaftliche Weltauffassung wird durch zwei Aspekte charakterisiert: 

  1.  Das unmittelbar Gegebene, das Wissen durch Erfahrung, ist primär. 
  2.  Es wird eine bestimmte Methode angewendet: die logische Analyse. 

Die Aufgabe der Philosophie besteht darin, wissenschaftliche Aussagen einer logischen Analyse zu unterziehen. Scheinprobleme und nicht überprüfbare Aussagen sollten eliminiert werden. 


Nun ging man in diesen Anfängen davon aus, dies sei die einzige Aufgabe der Philosophie. Aber die analytische Philosophie hat sich zu mehr als einer reinen Disziplin für Sprachanalyse entwickelt. Es werden auch inhaltliche Debatten geführt. Über allem schwebt aber das wissenschaftliche Weltbild, welches die analytische Philosophie nie aufgegeben hat. 


Historisch haben sich aus den Anfängen der analytischen Philosophie allgemein anerkannte, universelle Standards für wissenschaftliches Arbeiten und Denken entwickelt: Das kritische Denken!